Feuchten Keller von innen abdichten: In 2 Tagen zur trockenen Kellerwand
Schwierigkeit: Mittel (auch für Anfänger gut umsetzbar)
Zeitaufwand: 1–2 Tage (inkl. Trocknungszeit zwischen den Lagen)
Kern-Technik: Zweikomponenten-Dichtungsschlämme als Innenabdichtung
Warum wir dieses Video ausgewählt haben
Wer einen feuchten Keller von innen abdichten möchte, findet online zwar viele Ratschläge – aber die meisten Anleitungen zur Kellerabdichtung setzen voraus, dass du problemlos an die Außenwand herankommst – doch was tust du, wenn das schlicht nicht möglich ist?
Genau diese praxisnahe Frage stellen sich die Moderatoren im Video und liefern direkt eine konkrete Lösung: die Innenabdichtung mit Dichtungsschlämme.
Schritt für Schritt zeigen die Moderatoren im Video „So dichtest du deinen Keller von innen ab!“, worauf es bei den Arbeitsschritten wirklich ankommt – von der Wandvorbereitung bis zur richtigen Abfolge der Schichten. So vermeidest du typische Anfängerfehler, die eine Abdichtung langfristig ruinieren können.
Was du für dieses Projekt brauchst
Werkzeuge
- Kelle: Zum Abschlagen von Nasen und Unebenheiten an der Wand – sorgt für die glatte Arbeitsfläche, die du für eine gleichmäßige Abdichtung brauchst. Noch besser funktioniert hier Hammer/Fäustel und Meißel.
- Rührgerät / Bohrmaschine mit Rühraufsatz: Zum klumpenfreien Anmischen der Zweikomponenten-Dichtungsschlämme – unverzichtbar für eine homogene Masse.
- Eimer: Zum Anmischen und Portionieren der Dichtungsschlämme.
- Pinsel oder Bürste (breit), Quast: Zum gleichmäßigen Auftragen der Grundierung auf der gesamten Wandfläche.
- Spachtel oder Kelle (flach): Zum Auftragen und Verteilen der Dichtungsschlämme auf Wand- und Bodenflächen.
Materialien
- MEM Keller-Innenabdichtung (Zweikomponenten-Dichtungsschlämme): Das Kernprodukt – besteht aus einer Flüssigkomponente und einem Pulver, die zusammen eine wasserdichte Sperrschicht bilden.
- MEM Super-Haftgrund: Bindet Reststaub auf der Oberfläche und sorgt für optimale Haftung zwischen Untergrund und Abdichtung – wird vor jeder Lage aufgetragen.
- MEM Wasserstop: Für den Notfall bei akutem Wassereinbruch – stoppt aktiv fließendes Wasser, bevor mit der eigentlichen Abdichtung begonnen werden kann.
- Salpeter-Entferner: Behandelt salzbelastete Wände und bereitet den Untergrund chemisch vor – wichtig bei typischen Kellerwänden mit Ausblühungen.
- Flexibler Reparaturmörtel: Zum Schließen offener Fugen und Fehlstellen in der Wand vor dem Abdichten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Vorbereitung: Die Wand richtig vorbereiten
- Wand auf akuten Wassereinbruch prüfen. Schau genau hin: Glänzt die Wand, oder perlt Wasser aktiv ab? Wenn ja, musst du zuerst mit MEM Wasserstop das fließende Wasser stoppen, bevor du weitermachst. Erst wenn keine „aktive Nässe“ mehr vorhanden ist, kannst du mit den nächsten Schritten beginnen.
- Schadhafte Putzschichten entfernen. Schlage losen oder mürben Altputz vollständig von der Wand ab. Eine Abdichtung haftet nur auf einem festen, tragfähigen Untergrund – poröser Putz darunter würde die ganze Maßnahme langfristig untergraben.
- Salpeter-Entferner auftragen. Trage den Salpeter-Entferner auf die gesamte Wandfläche auf und lass ihn gemäß Herstellerangabe einwirken. Er bekämpft Salzausblühungen, die typischerweise in Kellermauerwerk entstehen und die Haftung von Beschichtungen erheblich verschlechtern.
- Unebenheiten und Nasen abschlagen. Geh die Wand mit der Kelle ab und schlage alle vorstehenden Nasen oder Unebenheiten ab. Ziel ist eine möglichst plane, glatte Fläche.
- Offene Fugen und Fehlstellen ausbessern. Fülle alle Risse, offenen Fugen und Löcher mit dem flexiblen Reparaturmörtel auf und lass ihn vollständig aushärten. Eine lückenlose Fläche ist die Voraussetzung für eine geschlossene Abdichtung.
👉 Wie du alten Putz richtig beurteilst und rettest, zeigen wir dir in unserem Guide zum Decke verputzen.
Grundierung: Haftung verbessern

- MEM Super-Haftgrund schütteln und ansetzen. Schüttle die Flasche kräftig durch und gib die benötigte Menge in einen sauberen Eimer.
- Haftgrund gleichmäßig auf die Wand auftragen. Verteile den Haftgrund mit einem breiten Pinsel oder einer Bürste gleichmäßig über die gesamte Wand- und ggf. Bodenfläche. Er bindet losen Reststaub und schafft eine optimale Haftbrücke für die folgende Abdichtungsschicht.
Erste Lage: Abdichtung auftragen
- Zweikomponenten-Dichtungsschlämme anmischen. Öffne die Packung der MEM Keller-Innenabdichtung – sie besteht aus einem Pulver und einer Flüssigkomponente. Gib zunächst die Flüssigkeit in den Eimer und rühre dann das Pulver schrittweise ein. Rühre kräftig mit dem Rührgerät, bis die Masse vollkommen klümpchenfrei und cremig ist.
- Erste Lage vollflächig auftragen. Trage die angemischte Dichtungsschlämme mit der Kelle oder einem breiten Pinsel gleichmäßig auf die gesamte Wand- und Bodenfläche auf. Arbeite in gleichmäßigen Zügen und stelle sicher, dass keine Stellen ausgelassen werden.
- Erste Lage vollständig aushärten lassen. Warte, bis die erste Lage vollständig durchgehärtet ist (Herstellerangabe auf der Packung beachten – in der Regel mehrere Stunden).

Zweite Lage: Den Schutz vervollständigen
- Erneut mit Haftgrund grundieren. Trage nach dem Aushärten der ersten Lage noch einmal den MEM Super-Haftgrund auf – genau wie in Schritt 6 und 7. Dieser Zwischenschritt verbessert die Haftung der zweiten Lage erheblich.
- Zweite Lage Dichtungsschlämme auftragen. Mische eine neue Portion der Dichtungsschlämme an und trage sie vollflächig auf – idealerweise im leichten Kreuzversatz zur ersten Lage, um Lücken zu vermeiden.
- Trocknungszeit einhalten und Wand nicht beschädigen. Nach der zweiten Lage ist die Abdichtung fertig – aber nicht fertig belastbar. Manuelle Beschädigungen sind unbedingt zu verhindern, z.B. bohre keine Löcher für Regale oder Halterungen in die Wand. Die Wand selbst ist noch feucht (da nur von innen abgedichtet), und jede Bohrung würde die Abdichtungsschicht unwiderruflich beschädigen!
Wie geht es weiter?
Sobald die Abdichtung vollständig ausgehärtet ist, kannst du den nächsten Schritt angehen: das Verputzen mit einem Sanierputz.
Anders als herkömmlicher Putz ist Sanierputz speziell für feuchtebelastete Kellerwände entwickelt – er ist hochporös, lässt Feuchtigkeit und Salze aus dem Mauerwerk austreten und verhindert gleichzeitig, dass Ausblühungen die Oberfläche beschädigen.
Wissens-Ecke: Häufige Fragen zur Keller-Innenabdichtung
Warum ist die Abdichtung von Außen eigentlich die bessere Lösung?
Die Außenabdichtung ist das Mittel der Wahl, weil sie Feuchtigkeit bereits am Eintritt in die Wand hindert. Beim Abdichten von innen bleibt das Mauerwerk selbst feucht – du sperrst die Feuchtigkeit lediglich aus dem Innenraum aus.
Das kann bei hohem Wasserdruck langfristig an die Grenzen stoßen. Die Innenabdichtung ist also eine valide Lösung, aber kein vollwertiger Ersatz für eine intakte Außenabdichtung.
Was ist eine Zweikomponenten-Dichtungsschlämme?
Eine Zweikomponenten-Dichtungsschlämme (kurz: 2K-Dichtungsschlämme) besteht aus zwei Bestandteilen – hier einem Pulver und einer Flüssigkeit –, die erst kurz vor der Verarbeitung zusammengemischt werden.
Durch die chemische Reaktion beider Komponenten entsteht eine besonders widerstandsfähige, wasserdichte Schicht, die sich deutlich von einfachen Einkomponenten-Produkten abhebt.
Was tun bei aktivem Wassereinbruch?
Wenn Wasser aktiv durch die Wand drückt oder sichtbar abperlt, ist die Oberfläche zu nass für eine direkte Abdichtung. In diesem Fall muss zuerst ein spezieller Quellzement oder ein Wasserstop-Produkt (z. B. MEM Wasserstop) in die undichte Stelle eingebracht werden.
Dieser erhärtet sehr schnell und stoppt den Wasserzufluss, bevor du mit der eigentlichen Abdichtung fortfahren kannst.
Was sind Salzausblühungen (Salpeter) und warum sind sie ein Problem?
Salpeter – genauer: Salzausblühungen – entstehen, wenn Wasser durch das Mauerwerk zieht und dabei gelöste Salze an die Oberfläche transportiert.

Diese weißlichen Ablagerungen zerstören die Haftung von Putzen und Abdichtungen. Deshalb muss ein Salpeter-Entferner vor dem Abdichten aufgetragen werden, um die chemische Zusammensetzung der Wandoberfläche zu neutralisieren.
Darf ich nach der Abdichtung Löcher in die Wand bohren?
Nein – zumindest nicht unmittelbar nach dem Auftragen. Da die Innenabdichtung eine dünne Sperrschicht auf der Wandoberfläche bildet, würde jede Bohrung diese Schicht durchdringen und die Abdichtungswirkung lokal aufheben.
Plane deine Wandhalterungen und Regalsysteme also entweder vor der Abdichtungsmaßnahme oder verwende alternative Befestigungsmethoden (z. B. freistehende Regale).
Wie lange hält eine Kellerabdichtung von innen?
Eine fachgerecht ausgeführte Innenabdichtung mit einer hochwertigen Zweikomponenten-Dichtungsschlämme hält bei korrekter Verarbeitung und ohne mechanische Beschädigung 10 bis 20 Jahre.
Entscheidend für die Langlebigkeit sind drei Faktoren: eine sorgfältige Wandvorbereitung, das konsequente Auftragen beider Lagen inklusive Zwischengrundierung – und dass du nach der Fertigstellung keine Löcher in die Wand bohrst, die die Sperrschicht durchbrechen.
Was eignet sich am besten zur Abdichtung von Kellerinnenwänden?
Bewährt haben sich mineralische Zweikomponenten-Dichtungsschlämmen – wie die im Video verwendete MEM Keller-Innenabdichtung. Sie sind diffusionsoffen, haften zuverlässig auf Beton und Mauerwerk und können sowohl auf Wand- als auch auf Bodenflächen aufgetragen werden.
Für punktuelle Feuchtigkeitseintritte eignen sich ergänzend Quellzemente oder Wasserstop-Produkte. Von einfachen Einkomponenten-Anstrichen ist bei stärkerem Feuchtigkeitsdruck eher abzuraten – sie sind weniger belastbar.
Welche Nachteile hat die Innenabdichtung?
Der größte Nachteil: Die Innenabdichtung bekämpft nicht die Ursache, sondern nur die Auswirkung. Das Mauerwerk selbst bleibt feucht – du sperrst die Feuchtigkeit lediglich aus dem Wohnraum aus.
Bei sehr hohem hydrostatischem Druck (z. B. drückendem Grundwasser) kann die Schicht langfristig an ihre Grenzen stoßen. Hinzu kommt, dass nachträgliche Bohrungen oder Befestigungen die Abdichtung beschädigen – deine Wandgestaltung sollte also vorher durchgeplant sein.
Fazit
Eine feuchte Kellerwand muss kein Dauerproblem bleiben – auch wenn du von außen nicht rankommst. Mit der richtigen Vorbereitung, einem zuverlässigen Produkt wie der MEM Keller-Innenabdichtung und etwas Geduld beim Aushärten schaffst du dir einen trockenen Keller, den du wieder als vollwertigen Raum nutzen kannst.
Nimm dir besonders für die Vorbereitungsschritte ausreichend Zeit – eine saubere, gut grundierte Wand ist das Fundament, auf dem deine Abdichtung langfristig hält.
Hinweis: Andere Hersteller sind genauso gut – bleib aber im System
Im Video kommt ausschließlich Material von MEM zum Einsatz – das bedeutet aber nicht, dass andere Hersteller schlechter wären. Marken wie Remmers, Sika, Knauf oder Schomburg bieten ebenfalls hochwertige Produkte für die Keller-Innenabdichtung an, die in der Praxis hervorragende Ergebnisse liefern.
Entscheidend ist jedoch eines: Bleib konsequent bei einem Hersteller – also im sogenannten System. Denn Grundierung, Dichtungsschlämme und Reparaturmörtel eines Herstellers sind chemisch und technisch aufeinander abgestimmt.
Die Produkte greifen in ihrer Wirkung ineinander, und nur so kann der Hersteller auch die volle Systemgarantie übernehmen. Wer Produkte verschiedener Marken mischt, riskiert im schlimmsten Fall Haftungsprobleme zwischen den Schichten – und verliert außerdem jeden Garantieanspruch. Die Wahl des Herstellers ist also zweitrangig, die Systemtreue ist erstrangig.
Praxistipp: So wählst du das richtige System für deinen Untergrund
Bevor du dich für einen Hersteller entscheidest, schau dir drei Dinge an: erstens den Untergrund – handelt es sich um Beton, Kalksandstein oder altes Mauerwerk? Nicht jedes System ist für jeden Untergrund zugelassen.
Zweitens die Druckstufe – bei drückendem Wasser brauchst du ein System, das explizit für hohen hydrostatischen Druck ausgelegt ist.
Und drittens die Verarbeitungstemperatur – viele Dichtungsschlämmen dürfen nicht unter 5 °C verarbeitet werden. Diese drei Angaben findest du auf dem technischen Merkblatt des jeweiligen Herstellers, das du kostenlos auf der Produktwebseite herunterladen kannst – und das du vor dem Kauf unbedingt lesen solltest.
Kuratierte Auswahl der HeimwerkerPlus-Redaktion, basierend auf dem Video des YouTube-Kanals MEM Bauchemie (veröffentlicht auf YouTube unter dem Titel „So dichtest du deinen Keller von innen ab!“).
